Eigentlich dachte ich, das wäre jetzt erst mal der letzte Termin bei Dr. Kahl gewesen, zumindest für dieses Jahr. Wir waren jetzt drei Wochen lang immer einmal die Woche da und es ist echt irgendwie nervig, da sehr zeitaufwendig. Von dem Verkehr in der Innenstadt mal abgesehen, ist das Wartezimmer immer mega voll. So voll, dass man eigentlich gar keinen Platz mehr bekommt, maximal auf einem Kinderstuhl. Aber auch das war diesmal Fehlanzeige, da alle nicht belegten Kinderstühle von einem ca. 2-jährigen Mädchen durch den Raum geschoben und gepoltert wurden. Ich quetschte mich stattdessen auf das verbliebene Ministück einer Bank und wartete ungeduldig, während mir permanent irgendwelche Bauklötze dicht an der Nase vorbeiflogen, ein kleiner Junge ein Holzdreirad durch den Raum schmiss und der Blechdeckel einer Kindertankstelle in unregelmäßigen Abständen neben mir auf den Boden gescheppert wurde. Selbst Jonas war so genervt, dass er freiwillig stehend im Vorraum wartete und gar nicht erst ins Wartezimmer reinkam. Fliegende Klötze und Dreiräder blieben ihm so zumindest erspart.
Wir haben eine gute Stunde gewartet und dann im Ultraschallraum bestimmt mindestens nochmal eine viertel Stunde. Jonas Redseligkeit war, als Dr. Kahl dann endlich kam, trotzdem ungebrochen. Während dieser versuchte sich auf die Untersuchung zu konzentrieren, musste er Jonas jeden Handgriff erklären, außerdem Rede und Antwort stehen, ob er schon mal im Krankenhaus war, bereits operiert wurde, was warum gebrochen war etc. Ich kenne bald die ganze Lebensgeschichte von dem Mann. Außerdem musste er sich anhören, dass der Arzt in St. Augustin nie so feste gedrückt hätte und warum er das nicht auch so hinbekommen würde.
Leider ist immer noch ein minimaler Erguss am Herzbeutel zu sehen. Das heißt, Medikamente weiter nehmen und nächste Woche wieder antreten. Ich sollte evtl. darüber nachdenken mir einen Klappstuhl mitzunehmen. Den kann ich dann zwischen den ca. 10 Kinderwagen platzieren, die im Vorraum stehen. Wenigstens fliegt da nichts durch die Luft. Die Arzthelferin meinte übrigens, dass momentan Infektzeit sei und sie zu den festen Terminen täglich ca. 10-15 Patienten ohne Termin hätten. Na prima.
PS: Das Keksmännchen hat Jonas am Wochenende bei Freunden gebacken. Er hat mir erklärt, dass er das selber wäre, deswegen hätte das Männchen auch ein krankes Herz. Fand ich sehr rührend irgendwie.
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